Amazon-Plattform zieht deutscher Konkurrenz weiter davon

Amazon-Plattform zieht deutscher Konkurrenz weiter davon

Amazon wandelt sein Handelsgeschäft immer stärker zur Plattform für Dritthändler: Nach Berechnungen des IFH Köln machte der Umsatz, den die Dritthändler auf dem Amazon-Marktplatz im vergangenen Jahr erzielten, schon 53 Prozent des gesamten Handelsgeschäft aus. Zusammen erwirtschafteten die etwa 60000 Händler, die im Durchschnitt des vergangenen Jahres aktiv waren, 12,1 Milliarden Euro Umsatz (inkl. MwSt.), hat das IFH errechnet. Amazon selber kam nach dieser Rechnung „nur“ auf einen Wert von 10,5 Milliarden Euro. Der Zuwachs des Marktplatzgeschäfts von 22 Prozent liegt deutlich über den Wachstumsraten des Amazon-Eigengeschäfts und der Konkurrenten Otto.de und Zalando.de.


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Amazon kassiert für jeden Verkauf dieser Händler eine Provision. Weltweit betrugen diese Provisionen im vergangenen Jahr 23 Milliarden Dollar, rund 42 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Der Großteil dieser Händler stammt aus Deutschland, aber viele Neueinsteiger drängen auf diesem Weg auch aus China oder den USA auf den deutschen Markt. Nach einer Studie verkaufen die Händler 20 Prozent der Produkte mit Verlust. Einige Anbieter  nehmen die Anlaufverluste aber bewusst in Kauf. Sie wollen möglichst viele Bestellungen in kurzer Zeit erzielen, um in den Amazon-Produktrankings schnell nach oben zu steigen. Auf oberen Listenplätzen werden deutlich höhere Umsätze erzielt.

Insgesamt hat Amazon 2016 einen Umsatz von umgerechnet 12,8 Milliarden Euro erzielt, etwa 20 Prozent mehr als im Vorjahr. Darin enthalten sind auch die anderen Geschäfte wie Amazon Web Services.