Gewinner des Focus Digital Star Award sind Kreditech, relayr und moovel

Gewinner des Focus Digital Star Award sind Kreditech, relayr und moovel

Die Gewinner des Focus Digital Star Award 2015 heißen Kreditech, Relayr und Moovel. Auf der Burda-Digitalkonferenz DLD überreichten Focus-Chefredakteur Ulrich Reitz und die New Yorker Korrespondentin Susann Remke die Preis an Moovel-CEO Robert Henrich (2.v.l.), Relayr-CEO Harald Zapp (Mitte) und Sebastian Diemer, den Gründer und CEO von Kreditech (rechts.)

Das Focus Magazin (Disclaimer: mein Arbeitgeber) hat mit dem Preis zum dritten Mal digitale Ideen oder Geschäftsmodelle ausgezeichnet, die aus Deutschland stammen. Um zu zeigen, dass nicht nur Amerikaner, Schweden oder Israelis verstanden haben, wie die Digitalisierung unser Leben und unseren Wohlstand beeinflussen wird. Diesen Innovatoren wollen wir mit dem Award helfen, die Aufmerksamkeit zu bekommen, die sie in der Digital-Welt verdienen. Daher wurde der Preis wieder auf der Burda-Digitalkonferenz DLD vor einem hochkarätigem Publikum mit vielen internationalen Investoren vergeben.

„Mit dem Preis zeichnen wir Pioniere aus, die unsere deutsche Digitalwirtschaft durch ihre Visionen vorantreiben. Die Digitalisierung verändert die Ökonomie grundlegend und es gilt, herausragende Ideen zu fördern“, sagte Focus-Chefredakteur Ulrich Reitz.

Digital Innovation of the Year: Kreditech

Der Hauptpreis „Digital Innovation of the Year“ ging an das Finanztechnologie-Unternehmen Kreditech, das heute schon mehr als 200 Mitarbeiter hat. „Unser Ziel ist es, Banking mit Hilfe von Big Data, komplexen Algorithmen und automatisierten Arbeitsprozessen für alle Menschen auf der Welt besser zu machen“, sagte der Gründer und Vorstandsvorsitzende Sebastian Diemer. Kreditech nutzt 15.000 Datenpunkte, zum Beispiel die zuvor besuchten Orte oder das Betriebssystem des Computers, um die Kreditwürdigkeit eines Menschen zu berechnen. Dazu gehören auch die vier Milliarden Menschen, die keinen Kreditscore und damit keinen Zugang zu Finanzdienstleistungen wie Kreditkarten oder Ratenkredite haben. Derzeit setzen die Tochtergesellschaften des Hamburger Unternehmens die Technologie in neun Ländern ein.

Digital Perspective: relayr

Die Auszeichnung in der Kategorie „Digital Perspective“ erhielt relayr. Das junge Berliner Unternehmen entwickelt eine Cloud-Plattform, damit Entwickler einfach Anwendungen für das „Internet der Dinge“ bauen. Dazu gibt es Sensoren, die beispielsweise Temperatur-, Feuchtigkeits- und Bewegungsdaten aufzeichnen und mit nahezu jedem Gegenstand verbinden. „In zehn Jahren werden alle Produkte mit dem Internet verbunden sein. Relayr hilft als eine der führenden Plattformen für das Internet der Dinge Herstellern und ihren Entwicklern dabei, das einfach, sicher und kostengünstig zu tun“, sagte Gründer und CEO Harald Zapp.

Editors’ Choice: moovel

Die „Editors´ Choice“, der Preis für eine Innovation, die aus Sicht der Redaktion für die Zukunftsstärke Deutschlands entscheidend sein kann, ging an die moovel GmbH. Das hundertprozentige Tochterunternehmen des Autokonzerns Daimler bündelt neue Mobilitätskonzepte verbunden mit interaktiven, digitalen Diensten. Dazu gehört die Taxi-App MyTaxi, der Car-Sharing Marktführer Car2go. Ziel von moovel ist es, möglichst alle Verkehrsträger intelligent miteinander zu vernetzen, um den besten Weg von A nach B zu zeigen. moovel zeigt, dass auch große Konzerne digitale Innovationen nutzen, um ergänzend zu Ihrem Kerngeschäft neue Geschäftsfelder aufzubauen und es nicht nur Start-ups vorbehalten ist, dynamisch auf neue Märkte zu reagieren.

Die Jury 2015

Antonius Bouten, (Tomorrow Focus), Steffi Czerny (DLD), Alexander von Frankenberg (HTGF), Burkhard Graßmann (BurdaNews), Lars Hinrichs (HackFwd), Gesche Joost (Universität der Künste, Berlin), Markan Karajica (ProSieben Sat1 Digital), Stefanie Kemp (RWE IT), Dieter Kempf (Datev, BITKOM), Markus Müller (Blackberry), Claudia Nemat (Deutsche Telekom), Uli Reitz (Focus Magazin), Isabell Welpe (TU München) und Stefan Winners (Hubert Burda Media).

Die Shortlist 2015

In diesem Jahr hat die Hauptjury die beiden Sieger in den Kategorien “Innovation of the Year” und “Perspective”aus den unten aufgeführten 20 Unternehmen oder Projekten ausgesucht. Zudem hat die Focus Redaktion als “Editors’ Choice” einen Digital Star bestimmt.

Adjust

  • Das Berliner Startup informiert Unternehmen, wie ihre Werbung auf Smartphones wirkt – und zwar unabhängig davon, wo die Werbung geschaltet wird. Arbeitet mit 250 Netzwerken in aller Welt zusammen.

Asina

  • Ein Senioren-Tablet, das mehr als eine einfache Bedienung zu bieten hat. Zum Beispiel Apps, mit denen sich Körperfunktionen oder die Einnahme von Medikamenten aus der Ferne überwachen lassen.

Babbel

  • Mit ein paar Minuten am Tag bis zu 13 Sprachen lernen. Babbel speichert die Lernforschritte in der Cloud, so dass die Schüler überall und mit Computer, Tablet oder Smartphone weiterlernen können.

Bepado

  • Bisher stellt das Unternehmen Software für Online-Länden her. Nun sollen die mehrere Tausend Händler zusammengeschlossen werden, um Verbundvorteile zu heben. Gemeinsam sollen sie so stark wie Amazon sein.

BRAGI

  • Der Knopf im Ohr spielt Musik, arbeitet als Bluetooth-Freisprecheinrichtung für Smartphones, ist wasserdicht, unterdrückt Außengeräusche, misst die Fitness eines Menschen – und wiegt gerade einmal 13,8 Gramm.

eGYM

  • Das Fitnessstudio wird digital: Das Münchner Startup baut zum individuellen Trainingsprogramm auch die Sportgeräte, die sich perfekt an das Leistungsniveau des Sportlers anpassen. Ein elektronischer Personal-Trainer.

Fahrradjäger

  • Das System gegen Fahrraddiebstahl. Die Räder erhalten einen Sender, der mit dem Smartphone geortet wird. Auch andere Fahrradjäger können gestohlene Räder orten und auf diese Weise der Polizei helfen, den Dieb zu stellen.

Helpling

  • 95 Prozent der Putzkräfte in Deutschland arbeiten ohne Versicherungsschutz. Helpling will diesen Markt so organisieren, dass die Haushalte ihre Putzkraft einfach im Web anheuern können und dabei auch Steuern zahlen.

iMedOne

  • 200 Krankenhäuser sind schon an das Informationssystem der Deutschen Telekom angeschlossen. Ärzte können Laborwerte oder Befunde der Patienten auf Smartphones aufrufen. Das Krankenhaus wird endlich digital.

Katwarn

  • Die App warnt vor Katastrophen wie Unwetter oder Chemieunfälle. Die örtlichen Feuerwehren geben auch Tipps, wie sich die Bevölkerung im Katastrophenfall verhalten soll.

Kreditech

  • Aus öffentlich zugänglichen Daten errechnet Kreditech die Kreditwürdigkeit eines Menschen. Statt langwieriger Verfahren dauert diese Methode nur wenige Minuten. Hat schon 75 Millionen Dollar Risikokapital bekommen.

myPressus

  • 3D-Druck ist wichtig für die Industrie, um individuelle Produkte herzustellen. myPressus baut eine Software, um 3D-Konstruktionsdaten verschlüsselt und in Echtzeit an Fertigungsanlagen zu senden.

NeuroNation

  • Das Fitness-Studio für den Kopf. Die App dient dem kognitiven Training und ist besonders für Demenz- und Alzheimer-Patienten gedacht. Die Übungen sind auch für das Hyperaktivitätssyndrom AHDS geeignet.

Nunav

  • Die Navigation der anderen Art: Statt alle Autofahrer bei einer Verkehrsstörung auf eine Umleitungsstrecke zu schicken, verteilt Nunav den Verkehr nach der Auslastung der Straßen.

Papagei

  • Papagei setzt auf das Prinzip, das Lernen einer Sprache möglichst gut in den Alltag zu integrieren. Dafür werden Originalvideos angeschaut und mit interaktiven Tests verknüpft. Für Deutsch und Englisch.

Pixolus

  • Mit der richtigen Bilderkennungssoftware kann das Smartphone viel Zeit sparen. Zum Beispiel den Stand des Stromzählers direkt an den Energieversorger senden. Oder Überweisungen fotografieren und abschicken.

Relayr

  • Relayr entwickelt eine Cloud-Plattform, damit Entwickler einfach Anwendungen für das „Internet der Dinge“ bauen. Dazu gibt es Sensoren, die Geschwindigkeit oder Temperatur eines Gegenstandes messen können.

Scoo.me

  • Ein Verleihsystem für Motorroller, ähnlich wie die schon funktionierende Modelle für Autos. Einfach Roller freischalten, losfahren und irgendwo abstellen. Die Roller sind permanent mit dem Internet verbunden.

SmartLaw

  • Individuelle Verträge oder andere Rechtsdokumente werden in wenigen Minuten am Computer erstellt. Die Software stellt Fragen, die auch Laien verstehen. Besser als Standardverträge, billiger als Anwälte.

Yapital

  • Die Gesellschaft aus dem Otto-Konzern baut ein bargeldlloses Zahlverfahren für Computer und Smartphones auf. Mit großem Aufwand wurde die Händlerbasis aufgebaut. Nun sollen die Verbraucher gewonnen werden.

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