Deutschland fällt im Breitband-Wettbewerb weiter zurück

Deutschland fällt im Breitband-Wettbewerb weiter zurück

Dass Deutschlands Internet langsam ist, überrascht nicht. Bedenklich ist aber, dass Deutschland im internationalen Wettbewerb immer weiter zurückfällt. Die tatsächliche Geschwindigkeit der Festnetzverbindungen steigt hierzulande zwar um durchschnittlich 13,8 Prozent im Jahr, aber die meisten anderen Länder bauen ihr Internet deutlich schneller aus. Zum Beispiel beträgt die durchschnittliche jährliche Wachstumsrate (CAGR) in China 33 Prozent. In Schweden sind es 29 Prozent, in Israel 27 Prozent. Auch Länder wie die USA und Großbritannien, die ohnehin schon schnellere Internetleitungen haben, bauen ihre Kapazität deutlich rascher aus als Deutschland, zeigt eine Analyse auf Basis des Akamai-Reports “State of the Internet” (PDF). Akamai erfasst die tatsächlichen Geschwindigkeiten, nicht die Maximalwerte, mit denen die Anbieter werben.

Tempozuwachs der Internet-Zugaenge

Der Grund für Deutschlands Rückfall liegt in der Strategie, weitgehend auf Glasfaser zu verzichten und statt dessen auf VDSL-Verbindungen zu setzen. Der VDSL-Ausbau ist deutlich günstiger, da die bestehende Infrastruktur genutzt werden kann. Da andere Länder aber verstärkt in das zukunftssichere Glasfaser investieren, wird Deutschlands Rückstand in dieser zentralen Infrastruktur in den kommenden Jahren weiter steigen.

Durchschnittsgeschwindigkeit der Internet-Zugänge (Festnetz)

Die Durchschnittsgeschwindigkeit im Festnetz beträgt nur 8,7 Megabit je Sekunde, zeigt der jüngste Akamai-Report für das dritte Quartal 2014. Damit liegt Deutschland weit hinter den führenden asiatischen Ländern, vielen europäischen Nachbarn und auch Flächenstaaten wie den USA und Kanada.

Durchschnittstempo der Internet-Zugaenge

Ähnlich schlecht schneidet Deutschland im Kriterium der Spitzengeschwindigkeit der Internet-Verbindungen ab. Auch hier liegen die Asiaten (Hong Kong, Südkorea und Japan) im internationalen Vergleich an der Spitze.

Spitzentempo der Internet-Zugaenge

Auch beim Kriterium der Spitzengeschwindigkeit legt Deutschland langsamer zu als die internationale Konkurrenz.

Tempozuwachs der Internet-Zugaenge1

 

Im mobilen Internet hängt Deutschland ebenfalls zurück

Deutschlands Position ist auch bei mobilen Datenverbindungen nicht besser. Zwar werben die Mobilfunker inzwischen mit Spitzengeschwindigkeiten bis zu 300 Megabit je Sekunde in ausgebauten LTE-Netzen, doch im Durchschnitt werden nur 5,4 Megabit je Sekunde erreicht, hat Akamai gemessen. In dieser Rangliste besitzt Südkorea die besten Werte mit 18,2 Mbit/s Durchschnittsgeschwindigkeit.

Mobile Internetzugaenge

Besonders düster ist die Lage für Deutschland beim Anteil schneller (>4 Mbit/s) mobiler Zugänge. Nur 18 Prozent der gemessenen Verbindungen überstiegen diese Marke. Damit liegt Deutschland weit hinten in der internationalen Rangliste.

Mobile Internetzugaenge

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