Shopware will die deutschen Online-Händler gegen Amazon vereinen

Shopware will die deutschen Online-Händler gegen Amazon vereinen

Stefan Hamann

Stefan Hamann

Sebastian Hamann

Sebastian Hamann

Eine Hassliebe verbindet Online-Händler mit dem Marktführer Amazon. Auf dessen Marktplatz können sie zwar gute Umsätze erzielen, aber das Preisdiktat und Amazons unangenehme Angewohnheit, Produkte, die gut laufen früher oder später selbst anzubieten, mindern ihren Spaß am Geschäft erheblich. Seitdem der Branchenprimus immer mehr Waren vom Butterkeks bis zum Rasenmäher in Eigenregie verkauft, werden die Klagen der abgeschlagenen Konkurrenten lauter. Das deutsche Startup Shopware will das nun ändern. Die Software-Firma will Online-Shops so intelligent miteinander verknüpfen, dass am Ende viele Kleine zusammen so gut wie ein Großer sind. „Wir bauen die Alternative zu Amazon“, gibt der Gründer Stefan Hamann als Ziel aus.

Konzentration auf Produkte, die Amazon nicht anbietet

Das klingt reichlich großspurig, aber die Voraussetzungen sind gar nicht so schlecht. 28000 Internet-Läden in Deutschland laufen schon mit der Software von Shopware. Zusammen erzielen sie 3,5 Milliarden Euro Umsatz, was immerhin knapp der Hälfte des Amazon-Geschäfts hierzulande entspricht. Möglichst viele dieser Händler will Shopware nun zusammenfassen, um Synergien zu erzielen. „Wer Wein verkauft, kann nun auch die passende Literatur mit anbieten. Oder ein kleiner Laden darf erstmals bei einem Großhändler wie Libri Bücher ordern“, erzählt Hamann, der das Unternehmen schon als 16-Jähriger gegründet hat und mit seinem Bruder Sebastian seit 14 Jahren leitet. Gemeinsam wollen sie im kommenden Frühjahr unter der Marke Bepado die Attacke auf Amazon starten. Blauäugig gehen die Brüder allerdings nicht zu Werke. „Wir konzentrieren uns eher auf Nischenprodukte, die Amazon nicht anbietet“, verrät Hamann. Ale Vorteile gegenüber Amazon soll die lokale Verankerung der Händler dienen, die ihre Produkte dann auch am selben Tag noch direkt liefern können. Aber auch die Technik soll sich unterscheiden: Mit Hilfe einer Fotosoftware können die Nutzer Produkte fotografieren und direkt mit der Datenbank vergleichen.

Marke Bepado muss aufgebaut werden

Seit Mai können sich Online-Händler für die Initiative registrieren. 2000 Händler sind schon dabei; jeden Monat werden weitere 1000 Unternehmen an das System angeschlossen. Zudem soll eine Kooperation mit dem Händlerbund die Gemeinschaftsaktion vorantreiben.

Ihren ambitionierten Plan haben die Brüder bisher mit Eigenmitteln aus ihren normalen Softwaregeschäft finanziert. „Es ist aber nicht ausgeschlossen, dass wir noch einen Investor an Bord nehmen“, sagt Hamann. Denn um die völlig unbekannte Marke Bepado als Alternative zu Amazon bei den Verbrauchern zu etablieren, wird viel Geld ins Marketing fließen müssen. Wie schwierig der Wettbewerb ist, müssen auch Otto und Zalando erfahren. Die Umsätze auf Otto.de und Zalando.de können nicht annähend mit Amazon mithalten.

 

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