Immoscout24-Chef Marc Stilke geht
Marc Stilke

Immoscout24-Chef Marc Stilke geht

Der US-Finanzinvestor Hellman & Friedman greift bei der Scout-Gruppe weiter hart durch. Nach FOCUS-Informationen verlässt der Chef der ertragsreichsten Gesellschaft Immobilienscout 24, Marc Stilke, das Unternehmen zum Jahresende. Stilke gehe auf eigenen Wunsch, verkündete der neue Scout-Chef Greg Ellis in einem internen Schreiben an die Mitarbeiter. Das kann sogar stimmen, denn Stilkes Verhältnis zu Ellis gilt als sehr schwierig. Ihm sei im Urlaub klargeworden, dass er nicht mehr genügend Gestaltungsspielräume habe, lautete die Begründung von Stilke. Kurz zuvor wurden über ein „Freiwilligenprogramm“ Arbeitsplätze bei Immobilienscout abgebaut.

Greg Ellis

Greg Ellis

Damit hat Ellis in kurzer Zeit die gesamte Führungsmannschaft der erfolgreichen Scout-Gruppe ausgetauscht: Neben Stilke müssen sich auch der frühere Scout-Chef Martin Enderle, der Immoscout-COO Dirk Hoffmann und das Autoscout-Führungsduo Alberto Sanz de Lama und André Stark neue Jobs suchen. Im Juli hatte Ellis das Dating-Portal Friendscout an den amerikanischen Wettbewerber Match.com verkauft. In Kürze wird die neue Organisationsstruktur vorgelegt, die von McKinsey ausgearbeitet wurde.

Parallel treibt Ellis die Vorbereitungen für den Börsengang voran. Bereits im Oktober sollen die notwendigen Schritte auf der Finanzseite abgeschlossen sein. Ein neues Preismodell soll nun helfen, das organische Wachstum von Immobilienscout weiter voranzutreiben. Denn die Ziele, die Hellman & Friedman dem Australier Ellis mit auf den Weg gegeben haben, sind extrem ambitioniert. Zum Börsengang ist eine Bewertung von drei Milliarden Euro angestrebt. Am Kapitalmarkt genießt Ellis einen exzellenten Ruf, da er zuvor einen IPO in Australien gut gemanagt hat.

Unterdessen kommen die Versuche von Axel Springer, wozu bereits die Konkurrenzplattform Immonet gehört, den Konkurrenten Immowelt zu übernehmen, nicht wirklich voran. Die Verhandlungen ziehen sich nun schon seit Monaten hin.


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