Pinterest-Nutzung in Deutschland schnellt hoch

Pinterest-Nutzung in Deutschland schnellt hoch

Rückenwind für Jan Honsel, den neuen Deutschland-Chef des US-Bildernetzwerkes Pinterest: Seit dem vergangenen Sommer hat sich die Zahl der Website-Besucher hierzulande schon von 600 000 auf 2,1 Millionen erhöht, hat das Marktforschungsunternehmen Comscore ausgerechnet. „Auf Sicht wollen wir die Nummer Zwei unter den sozialen Netzwerken in Deutschland werden“, sagte Honsel dem FOCUS. Genaue Nutzerzahlen gibt Pinterest nicht bekannt. 18 Monate Zeit nimmt sich der ehemalige Gruner+Jahr-Manager für die Aufbauphase; erst dann soll auch die Werbevermarktung in Deutschland anlaufen.

Pinterest besteht aus rund 750 Millionen Pinnwänden, auf die vor allem Frauen schon 30 Milliarden Fotos und Videos mit Kleidung, Möbeln oder sonstigen Produkten geheftet haben. Die meisten Fotos stammen von Internetseiten. Das Bildernetz ist für viele Shops inzwischen die zweitwichtigste Trafficquelle unter den sozialen Netzwerken (nach Facebook). Weil damit das Potenzial für Werbung sehr gut ist, zählt Pinterest mit fünf Milliarden Dollar zu den höchstbewerteten Start-Ups der Welt. Nutzer, die an einem Produkt interessiert sind, bekommen dann auch bezahlte Werbe-Fotos zu sehen. Angaben zum Umsatz, der damit erzielt wird, vermeidet das Unternehmen bisher. Denn der Druck, die hohe Bewertung zu rechtfertigen, ist enorm.


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Bisher macht der erst 31-jährige Gründer Ben Silbermann aber alles richtig. Während Facebook oder Twitter ihre Nutzer immer wieder mit Änderungen verärgern, legt Pinterest in der Gunst seiner Nutzer stetig zu. „Die Verbraucher haben jetzt einen neuen Favoriten: Verbesserte Funktionen haben Pinterest zum ersten Mal an die Spitze in der Kategorie Social Media gehoben“, bescheinigen die Initiatoren des Amerikanischen Verbraucher-Zufriedenheitsindex (ACSI) der Website.  Das zahlt sich aus. Jeder fünfte Amerikaner nutzt Pinterest schon. 80 Prozent davon sind Frauen, von denen 92 Prozent der gepinnten Fotos oder Videos stammen, hat das Analyseunternehmen TheDataPoint errechnet. Ein Fünftel der angehefteten Inhalte entfällt in die Kategorie „Essen und Trinken“. Weitere 12 Prozent sind Heimwerkerprodukte, gefolgt von den Bereichen Inneneinrichtung, Urlaub, Schönheit und Kleidung.

Weil die Frauen schon da sind, besteht die neue Zielgruppe für Honsel und sein Team in Berlin vor allem aus Männern. Neben den Produktherstellern will Honsel auch Medienunternehmen bewegen, ihre Artikel an die Pinnwände zu heften. „Jeden Tag werden schon 5 Millionen Artikel „gepinnt“, sagt Honsel. Deutsche Medien sind auf Pinterest bisher wenig aktiv. Ex-Medienmanager Honsel soll das ändern.

Pinterest Deutschland

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