Scout 24: Kahlschlag soll für 3 Mrd. Euro Börsenwert sorgen
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Scout 24: Kahlschlag soll für 3 Mrd. Euro Börsenwert sorgen

Die Anzeigen-Marktplätze der Scout-Gruppe sollen mit einer Bewertung von 3 Mrd. Euro an die Börse gebracht werden. So lautet das interne Ziel des amerikanischen Finanzinvestors Hellman & Friedman, der gerade für 1,4 Mrd. Euro einen 70-Prozent-Anteil der Gruppe von der Deutschen Telekom gekauft hat. Nach FOCUS-Informationen (FOCUS 15/2014) soll der neue Vorstandschef Greg Ellis den Börsengang so früh wie möglich schaffen; als realistisch wird ein Zeitrahmen zwischen 1,5 bis 3 Jahren angesehen. Nach heutigem Stand sollen dann nur noch Immobilienscout und Autoscout zur Gruppe gehören; der Rest soll verkauft werden.

Greg Ellis

Greg Ellis (Foto: Scout)

Für die schnelle Wertsteigerung durchkämmt Ellis zusammen mit der Unternehmensberatung McKinsey und dem Sanierer Alexander Graf Matuschka von Greiffenclau die Marktplätze nach Sparmöglichkeiten und lässt dabei „keinen Stein auf dem anderen“, wie ein Insider berichtet. Entlassungsrunden, die es in der Holding in München schon gab, sollen nun auch Immobilienscout und Autoscout Schritt für Schritt schlanker machen. Vor allem die Zentralisierung der Informationstechnik soll die Kosten senken.

Dafür hat Ellis seinen Wohnsitz nicht am Holdingstandort München, sondern in Berlin gewählt, wo der wichtigste Marktplatz Immobilienscout seinen Sitz hat. Allerdings werden allein Effizienzgewinne für die gewünschte Wertsteigerung nicht reichen, da das Wachstum nachgelassen hat. Zukäufe gelten daher als wahrscheinlich. Erst Ende April will Ellis seine Strategie verkünden. Auf Dauer ist sein Auftrag offenbar nicht angelegt, denn die deutsche Sprache werde er nicht lernen, verkündete der Australier gleich zu Beginn seines Amtsantritts. Das war ebenso überraschend für die Mitarbeiter wie die nachträgliche Beteiligung des Finanzinvestors Blackstone. Möglicherweise kommen auf dem Weg zum Börsengang noch weitere Anteilseigner hinzu, wenn für Zukäufe noch Geld benötigt wird. Da der Markt in Europa schon ziemlich gesättigt ist, gelten Zukäufe in Asien/Australien oder Südamerika eher als wahrscheinlich.

Unterdessen hat der bisherige Scout-Chef Martin Enderle die Deutsche Telekom verlassen, da der Konzern offenbar kein Interesse mehr an einem Ausbau seines Internetgeschäfts hat.  Nach dem lukrativen Verkauf der Mehrheit an der Scout-Gruppe werden in Kürze auch die Download-Dienste Musicload und Gamesload eingestellt. Immer wieder gab es in der Branche auch Gerüchte, die Telekom wolle ihr Portal T-Online an United Internet verkaufen und damit die Portale Web.de, GMX und T-Online in eine Hand zu geben.

UPDATE: 11. April 2014: Jochen Schweizer übernimmt von Scout 24 die Mehrheit am Freizeitportal Spontacts.

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