Mit Oculus wechselt eine IT-Legende zu Facebook
John Cormack

Mit Oculus wechselt eine IT-Legende zu Facebook

Facebook erwirbt für rund 2 Milliarden Dollar das Virtual-Reality-Unternehmen Oculus. „Mobile ist die Plattform von heute und jetzt sind wir bereit für die Plattformen von morgen“, sagte Facebook-Gründer Mark Zuckerberg zur Begründung, warum 2 Mrd. Dollar für den Prototyp einer Virtual-Reality-Brille ausgibt. „Oculus hat die Chance, die sozialste Plattform aller Zeiten zu bauen und die Art, wie wir arbeiten, spielen und kommunizieren zu verändern“, begründete Zuckerberg seine erste Investition in Hardware . Offenbar soll ihm der Fehler, im heutigen Geschäft mit Smartphones und Tablets keinen direkten Zugriff auf die Geräte zu haben, in der nächsten Generation nicht noch einmal unterlaufen.

Der Oculus Rift, der eigentlich noch ein Prototyp ist und im Laufe des Jahres für 350 Dollar auf den Markt kommen soll, erzeugt beim Spieler das Gefühl, mitten im Spiel zu sein. Mark Zuckerberg will mit der Technik aber mehr machen. Zum Beispiel die Kommunikation verändern. Wer die Brille auf hat, kann darin seinen Kommunikationspartner so sehen, als wäre er direkt vor ihm. Zum Beispiel einen Arzt, was die Wege dorthin ersparen könnte. Seine Freunde könne man dann direkt am eigenen Erlebnis teilhaben lassen, weil die Brille das Gesehene direkt übertragen könne. Eines Tages werde diese Art der virtuellen Realität Teil des täglichen Lebens von Milliarden Menschen sein, kündigte Zuckerberg in einem Statement an. Offenbar soll Virtual Reality nach den PCs und Smartphones die nächste große Computing-Plattform werden, glaubt Zuckerberg.

John Carmack arbeitet jetzt für Facebook

Die Geschichte des Oculus Rift beginnt eigentlich schon Anfang der neunziger Jahre. John Carmack (Foto oben), damals Anfang 20, ist ein amerikanischer Programmierer, der erstmals dreidimensionale Spiele entwickelt. Viele weitere Innovationen in der Computergrafik gehen seitdem auf sein Konto. Carmack wird zur lebenden Legende der 3D-Szene. Zu seinen Leidenschaften gehören auch Raketen, schnelle Autos – und eben Virtual Reality, also die täuschend echt aussehende Darstellung der Umgebung, die dem Nutzer das Gefühl gibt, mitten im Geschehen zu sein. Mehr als eine Leidenschaft wird es aber zunächst nicht, denn Virtual Reality ist seit vielen Jahren nicht mehr als der unerfüllte Traum einiger Enthusiasten. Zu denen gehört auch Palmer Luckey, ein Designer, der sich an einer solchen Brille für Spiele versucht. In einem Chatforum treffen die beiden Amerikaner 2012 aufeinander. Luckey schickt Carmack seinen einzigen funktionieren Prototypen. Kostenlos. „Man kann von Carmack kein Geld nehmen. Das wäre, als ob Jesus dich fragt, ob er deine Kleider haben kann“, erzählt Luckey. Eine gute Entscheidung. Denn Carmack baut seinen neuesten Grafikbeschleuniger in die Brille ein. Dann gehen beide zur Spielemesse E3 und erklären der Welt, dass Virtual Reality jetzt da sei. Wenig später starten sie eine Finanzierungskampagne auf Kickstarter. Dort können Erfinder ein Projekt beschreiben und Jedermann kann sich mit einem Kleinstbetrag beteiligen. Nach vier Stunden ist das Ziel von 250000 Dollar erreicht; am Ende haben sie 2,4 Millionen Dollar und 75000 Vorbestellungen für ihre Brille eingesammelt. Carmack kündigt nach 22 Jahren seinen Job und wird Cheftechniker der neuen Firma Oculus. 69 Mitarbeiter hat das kalifornische Unternehmen inzwischen und Ende 2013 steigt der für seine gute Spürnase bekannte Finanzinvestor Andreessen Horowitz bei Oculus ein. Kurz darauf meldet sich Mark Zuckerberg, lässt sich die Brille erklären und kauft sie.

Facebook-Börsenwert fällt um 10 Mrd. Dollar

Am Tag nach der Übernahme verliert Facebook rund 10 Mrd. Dollar an Börsenwert. Virtual Reality wird schon lange als das nächste große Ding gehandelt, aber hat es auch nach vielen Jahren nicht geschafft. Ob der Oculus Rift ein richtiger „Gamechanger“ wird, ist völlig unklar. Zuckerberg hofft es. Hier Zuckerbergs Erklärung im Wortlaut:

„Our mission is to make the world more open and connected. For the past few years, this has mostly meant building mobile apps that help you share with the people you care about. We have a lot more to do on mobile, but at this point we feel we’re in a position where we can start focusing on what platforms will come next to enable even more useful, entertaining and personal experiences.

This is where Oculus comes in. They build virtual reality technology, like the Oculus Rift headset. When you put it on, you enter a completely immersive computer-generated environment, like a game or a movie scene or a place far away. The incredible thing about the technology is that you feel like you’re actually present in another place with other people. People who try it say it’s different from anything they’ve ever experienced in their lives.

Oculus’s mission is to enable you to experience the impossible. Their technology opens up the possibility of completely new kinds of experiences.

Immersive gaming will be the first, and Oculus already has big plans here that won’t be changing and we hope to accelerate. The Rift is highly anticipated by the gaming community, and there’s a lot of interest from developers in building for this platform. We’re going to focus on helping Oculus build out their product and develop partnerships to support more games. Oculus will continue operating independently within Facebook to achieve this.

But this is just the start. After games, we’re going to make Oculus a platform for many other experiences. Imagine enjoying a court side seat at a game, studying in a classroom of students and teachers all over the world or consulting with a doctor face-to-face — just by putting on goggles in your home.

This is really a new communication platform. By feeling truly present, you can share unbounded spaces and experiences with the people in your life. Imagine sharing not just moments with your friends online, but entire experiences and adventures.

These are just some of the potential uses. By working with developers and partners across the industry, together we can build many more. One day, we believe this kind of immersive, augmented reality will become a part of daily life for billions of people.

Virtual reality was once the dream of science fiction. But the internet was also once a dream, and so were computers and smartphones. The future is coming and we have a chance to build it together. I can’t wait to start working with the whole team at Oculus to bring this future to the world, and to unlock new worlds for all of us.

Foto: Oculus

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